Madagaskar – Die grosse Insel
Madagaskar wird auch «Die grosse Insel» genannt – mit 587’041 km2 ist sie die viertgrösste Insel der Erde. Aufgrund ihrer langanhaltenden, isolierten Evolutionsgeschichte beherbergt die Insel womöglich die weltweit grösste Anzahl an endemischer Flora und Fauna.
Wie der Abdruck eines rechten Fusses liegt Madagaskar im Indischen Ozean. Die Insel erstreckt sich 1580 Kilometer von Norden nach Süden und misst am breitesten Punkt 580 Kilometer. Direkt vor der Küste der Hauptinsel findet sich eine Anzahl kleiner Inseln wie Ste. Marie, Nosy Mangabe, Nosy Lava und die Radama Inseln. Diese Eilande haben die gleiche Flora und Fauna wie Madagaskar und gehören auch zum nationalen Territorium der Republik, im Gegensatz zu den weiter entfernt liegenden Atollen und Koralleninseln wie Tromelin und Europa oder gar wie die Komoren, Seychellen, Mauritius oder La Réunion.

Angesichts der Vielfalt und ausgesprochenen Eigenheit der Flora und Fauna könnte man Madagaskar zu Recht als siebten Kontinent oder als eigenen Subkontinent bezeichnen. Oder auch als ein Museum voller lebender Fossilien.
Diese Eigenartigkeit, diese Welt ausserhalb der Welt, erklärt sich durch ihre einmalige Entstehungsgeschichte. Madagaskar war Teil des grossen Südkontinents Gondwana, deren Flora grundsätzlich verschieden war von jener der nördlichen Hemisphäre. Nach dem Abdriften weg von der afrikanischen Kontinentalmasse blieb Madagaskar während Millionen von Jahren von der Aussenwelt gänzlich isoliert. Diese Tyrannei der Isolation liess die Natur zu einem einzigartigen Labor werden, das über einen langen Zeitraum hinweg ungestört Formen und Variationen in ganz eigener Weise entwickeln und ausprobieren konnte. Die Resultate, geologischer und biologischer Art, sind auch heute noch in grossen Teilen unbekannt und unerforscht.

Die lange Isolierung Madagaskars führte nicht zu einer Verarmung der Natur, im Gegenteil, einerseits entwickelten sich einmalige Variationen an Lebewesen und andererseits überlebten bizarre Überbleibsel einer grauen Vorzeit. Zudem nahm die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten nicht den gleichen Verlauf wie in Kontinentalafrika. Madagaskar repräsentiert nur 2% der Landfläche Afrikas, weist aber mehr Variationen auf als der ganze Kontinent zusammen. Nur schon die 8000 madagassischen Blütenpflanzen machen einen Viertel der ganzen afrikanischen Flora aus.

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