Explore Madagaskar

Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl an Texten zur Verfügung, die von PRIORI-Gründer Franz Stadelmann und anderen PRIORI-Mitarbeitenden im Rahmen ihrer ausgedehnten Reisen in Madagaskar erstellt haben. Sie geben einen Einblick in die verschiedenen Facetten Madagaskars.

Ambatondrazaka in Madagaskar

Madagaskar abseits: Ambatondrazaka

Das breite Tal des Lac Alaotra ist eine Sackgasse. Dabei finden sich dort spezielle Lemuren, eine Kathedrale und eine funktionierende Eisenbahn. Der See selber ist der grösste Madagaskars und nur schwer zu sehen. PRIORI Reisen bringt Sie dennoch hin!

Früher verlief die Piste von Antananarivo nach Diégo-Suarez entlang des Lac Alaotra und über Mandritsara nach Norden. Heute ist die Region um den See etwas ins Abseits geraten. Zwar befährt der wohl pünktlichste Zug diese Stichlinie und die RN 44 ist nicht übler als anderswo auch. Aber es hat kaum Besucher, die hierhin reisen. Was sehr schade ist.

Ambatondrazaka liegt zwar nicht am See und ist eines der üblichen Landstädtchen. Der See selber zieht sich zunehmend zurück und es ist geradezu schwierig, diesen grössten Binnensee Madagaskars überhaupt zu sehen. Doch an seinen Gestaden lebt eine Lemurenart, die Bambuslemuren, die es nur gerade dort gibt. Dafür lohnt sich die Reise. Denn die Erkundungstour beginnt morgens früh – sehr früh – um die nachtaktiven Kerle überhaupt zu sehen. Sie leben in Bambushainen, die sich zuweilen vom Ufer wegreissen und sich als schwimmende Inseln in Ufernähe aufhalten.

Der oft gepriesene Schmugglerpfad ist so erhaben nicht. Die Zweitages-Schlammtour hinunter an die Ostküste über erodierte und abgeholzte Hügelkuppen ist vielleicht nicht das, was man sich unter dem Namen vorstellen möchte.

Der Nationalpark östlich von Ambatondrazaka hingegen ist in einem mehrtägigen Trekking interessant, doch leider gestört in den letzten Jahren durch Edelsteinsucher.

Bleiben also die Lemuren, die Pirogenfahrt dorthin und natürlich die Eisenbahn. Was wirkliche Highlights in Madagaskar sind.

Fianarantsoa in Madagaskar

Abseits der touristischen Pfade – Fianarantsoa in Madagaskar

Fianarantsoa in Madagaskar, der Ort wo man das Gute lernt. Lernen Sie diese architektonisch sehr interessante Altstadt und die Umgebung von Fianar (Kurzform) mit uns kennen. Wir von PRIORI Reisen bringen Sie hin!

Fianarantsoa ist meist nur ein Etappenort, weil es dort korrekte Hotels und Restaurants gibt und der Zug zweimal die Woche nach Manakara fährt. Leider verweilen die meisten Besucher nicht länger in dieser Stadt der stillen Perlen.

Natürlich ist die Oberstadt architektonisch interessant durch ihre koloniale Backsteinarchitektur. Auch die Kirchen sind besuchenswert, aber wer bleibt schon je für einen Gottesdienst mit seinen herrlichen Gesängen?

Wer nimmt sich schon mal die Zeit, ein Bioprojekt in seiner ganzen Dimension zu erkunden? Auch mit den Bauersleuten zu reden, mit ihnen auf den Acker zu gehen. Dann auch die dort produzierten Produkten bei einer Mahlzeit zu schätzen?

Die Weinregion um Fianarantsoa in Madagaskar beachtet man meist nur im Vorbeifahren. Dabei ist ein Seitental geradezu prädestiniert, durch Rebhaine zu wandern, (uralte) Maschinen zur Traubenverarbeitung zu bestaunen und dann auch den Traubensaft zu kosten. Wein in Madagaskar ist ein Gaumen-Abenteuer, das nicht jeder übersteht. Aber zumindest eine Chance sollte man doch einer Weinflasche geben!

Die Betsileo-Stadt Fianarantsoa hat eine eigene Autofabrik, es werden Möbel produziert und Kerzen. Alles Gewebe, die einen verdienten Augenschein verdienen. Ebenso wie ein Besuch beim weltbekannten Fotografen Pierrot Men.

Kanal des Pangalanes

Madagaskar abseits: Der Kanal des Pangalanes

Der Kanal des Pangalanes, eine zum Teil immer noch unberührte Wasserstrasse entlang der Ostküste von Madagaskar. Erleben Sie mit PRIORI Reisen das ursprüngliche Madagaskar und vielleicht lösen Sie das Rätzel über den weissen Elefanten.

Der Süsswasserkanal Pangalanes verläuft entlang der mittleren Ostküste Madagaskars von Nord nach Süd. Oft ist er nur hundert Meter vom Meer entfernt. Er dient als Transportweg, denn draussen im Indischen Ozean prallen die Wellen aus Australien herkommend ungebremst aufs Land. Eine reguläre Schifffahrt ist nicht denkbar.

Der Pangalanes entstand auf natürlich Weise. Die kurzen Flüsse aus dem östlichen Hochland Madagaskars mäandrieren in der schmalen Küstenebene, bis sie irgendwo einen Durchgang zum Meer entdecken. So ist eine ganze Perlenreihe an natürlichen Seen entstanden. Diese Seen wurden dann mit Kanälen verbunden und fertig war eine Wasserstrasse, die von Tamatave bis Vangaindrano führt. Theoretisch. Heute sind viele Teiletappen versandet oder von Wasserhyazinthen bewachsen.

Nur im nördlichen Teil des Pangalanes-Kanals hat sich eine touristische Aktivität entwickelt. Den mittleren sowie südlichen Teil besucht fast niemand, weil die Zufahrt etwas holprig ist. Ein Grund, genau dorthin zu gehen!

Tsingy de Namoroka

Madagaskar abseits: Tsingy de Namoroka

Viele möchten während ihrer Reise in Madagaskar die Tsingys besuchen. Es gibt nicht nur zwei, sondern drei Kalksteingebirge entlang der Westküste. PRIORI Reisen bringt Sie zu den unberührten und absolut nicht touristischen Tsingy de Namoroka.

Die beiden Tsingy-Orte Bemaraha (nördlich von Morondava) und Ankaratra (südlich von Diégo-Suarez) sind ziemlich erschlossen und relativ leicht zu erreichen.

Der dritte Tsingy-Ort, südwestlich von Mahajunga hingegen, wird pro Jahr von vielleicht zwei Dutzend Leuten aufgesucht und ist beschwerlich zu erreichen. Zudem muss man expeditionsmässig ausgerüstet sein und in der Regenzeit läuft gar nichts.

Trotzdem sind es gerade diese Kalksteinformationen, die – noch weitgehend unerforscht – einen Besuch absolut lohnen. Auch dort gibt es diese verwitterten Karsttäler, die messerscharfen Steinspitzen und Höhlen von unbekannter Tiefe.

Exporer und Fotografen finden hier ein Paradies. Wer dann schon hingeht, sollte ein paar Tage bleiben. Nur autonom muss man sein, was bedeutet: im Zelt übernachten und über dem Feuer kochen.

Madagaskar: Tamatave und die Zyklon-Gefahren

Da Madagaskar eine grosse Insel im Indischen Ozean ist wird sie jedes Jahr von Wirbelstürmen bedroht. Die am stärksten betroffene Gebiete sind der Norden Madagaskars und die Ostküste, wo sich auch die Stadt Tamatave befindet. Die Menschen, die in Tamatave leben, bereiten sich immer auf das Schlimmste vor, wenn bekannt wird, dass sich im westlichen Indischen Ozean ein Zyklon bildet.

Madagaskar: Tamatave und die Zyklon-Gefahren
Die Zyklonsaison dauert vom Januar bis in den Mai, und man weiss nie lange im Voraus, wann sie “angreifen“. Manchmal wird Madagaskar im Laufe eines Jahres zwei- oder dreimal von Zyklonen getroffen, und einer von ihnen zieht dann mit grosser Wahrscheinlichkeit über Tamatave. Die Region um Tamatave (Toamasina) liegt auf Meereshöhe und kann daher sehr leicht überschwemmt werden, wenn heftige Regenfälle über Stunden fallen. Auch wenn die Bewohner über die Gefahren eines aufziehenden Zyklons gut informiert und auch mobilisiert wurden und sie glauben, gut vorbereitet zu sein, ist Tamatave nach dem Durchzug eines Wirbelsturms oft zerstört. Überall gibt es sind Schäden, die Hälfte der Einwohner ist betroffen; fast alle Häuser sind beschädigt, besonders die Holzhäuser der Bewohner im unteren Bezirk. Gebäude, Infrastrukturen sind reparaturbedürftig, und oft ist ein ganzer Bezirk völlig überflutet.

Madagaskar: Tamatave und die Zyklon-Gefahren
Vor einigen Jahren wütete ein Zyklon an der Ostküste Madagaskars, ich und meine Familie gehörten zu den Opfern, es war nicht das erste Mal, dass wir diese Situation erlebten. Es war eine schlimme Erfahrung, denn wir verloren in wenigen Minuten alles was wir hatten, unser Haus wurde zerstört, all unsere Geräte und unsere Ernte wurden während dieses Wirbelsturms ruiniert. Glücklicherweise zogen wir in eine Schule um, als die Medien den Hurrikan-Alarm ankündigten, denn dies war der einzige sichere Ort, an dem wir während dieser Katastrophe Schutz finden konnten. Es war nicht leicht, in einer solchen Situation zu leben, wir mussten unser Haus nur mit unseren Händen wieder aufbauen, und nach einem Zyklon ist es immer schwierig, Nahrungsmittel zu finden. Und selbst wenn man Nahrung findet, ist sie sehr teuer. Wir erhielten zwar Unterstützung von der Regierung, aber das reichte nicht aus. Und diese Hilfe ist ja nur vorübergehend, also mussten wir mit dem leben, was wir hatten.

Madagaskar: Tamatave und die Zyklon-Gefahren
Kurz gesagt, es ist gar nicht so einfach, in einem tropischen Land zu leben, besonders wenn man an der Küste lebt, denn man kann jederzeit mit Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Zyklonen konfrontiert werden.

Françoise / 17. Juli 2020

Madagaskar: Totenumbettung als Familienfest

Die Totenumbettung (Famadihana) ist das wichtigste Familienfest und dies insbesondere auf dem Hochland. Das Fest dauert normalerweise drei Tage. Doch da der Zukunftsdeuter die Tage festlegt, können die Tage auch anders verteilt sein.

Am ersten Tag werden die Mitglieder der Grossfamilie begrüsst. Sie reisen aus allen Ecken Madagaskars und sogar aus Europa an. Denn die Teilnahme ist quasi verpflichtend.
Am zweiten Tag werden die Gräber geöffnet und die Toten herausgenommen, in neue Tücher gehüllt und wieder in die Grabstätte gelegt. Anwesend sind mehrere Hundert Personen: Mitglieder der (sehr grossen) Familie, aber auch Nachbarn und Dorfbewohner.
Am dritten Tag kommen Musikgruppen und führen in Musik, Gesang und Tanz traditionelles Kulturgut vor. Während all den Tagen muss die Gastgeberfamilie die BesucherInnen beherbergen und verköstigen.

Dies ist natürlich die verkürzte Aufzählung des Vorgangs. Hinter der Famadihana, der Totenumbettung oder der Leichenwende, versteckt sich eine uralte Tradition, die die ersten Einwanderer aus Indonesien mitbrachten. Auf dem Hochland Madagaskars, also auf der Linie Antananarivo – Fianarantsoa, ist diese Tradition noch immer sehr präsent.
Jede (Gross-) Familie feiert alle paar Jahre eine Famadihana. Die Feierlichkeiten der Famadihana finden in der kalten Jahreszeit statt, also zwischen Juli und September.

Der Besuch einer Famadihana ist nur geeignet für Leute, die sich wirklich und vertieft mit der madagassischen Kultur beschäftigen möchten.

Wer nur eine Stunde und des Kicks wegen teilnehmen möchte, ist hier falsch am Platz. Aus Respekt gegenüber der Familie, die uns vertraut, können und wollen wir dieses wichtigste Fest einer Familie nicht durch einen Schnelltourismus entwürdigen.

Dazu lesen Sie bitte den PRIORI-Text zur Famadihana.

Als Besucher / als Besucherin einer Famadihana kann man sich absolut frei bewegen. Auch Fotos zu machen ist keinerlei Problem, im Gegenteil: die Leute lieben es, an diesem allerwichtigsten der Feste fotografiert zu werden.

In dieser Grenzzone zwischen Leben und Tod sind die Gemüter natürlich aufgeheizt und irritiert. Alkohol hilft, vor allem den Männern, dieses psychische Minenfeld zu durchqueren. Daher sind die Festtage gegen Ende Nachmittag sehr animiert. Trotzdem hat der Besucher/die Besucherin keine physischen Übergriffe zu befürchten.

Konkret läuft das so ab: Sie müssen mindestens drei Tage für eine Famadihana zur Verfügung haben. Die Nächte verbringen Sie in einem Hotel. Das PRIORI-Fahrzeug und der Fahrer sind im Famadihana-Dorf immer bei Ihnen. Sie verbringen 5 bis 8 Stunden pro Tag dort, wo sich die Festlichkeiten abspielen. Dort gibt es Essen und Getränke. Aber keine Toilette, die europäischen Normen entspricht.

Wenn Sie unbedingt eine Famadihana miterleben möchten, dann ist es uns sehr wahrscheinlich möglich, anderswo eine Famadihana für Sie zu finden (aber nur zwischen Juli und September). Bitte beachten Sie unsere ethischen Grundsätze (… keinen Schnelltourismus…) www.priori.ch

Wie wäre es 2025 mit einer Rundreise in Madagaskar, die sowohl die West- als auch die Ostküste miteinander vereint? Klicken Sie hier für weitere Details!

Wir sind Spezialisten für Madagaskar und stehen Ihnen jederzeit für Auskünfte, Reiseberatung und Beratungsgespräche zur Verfügung. Wir bieten Kompetenz und Qualität.