Die madagassische Bevölkerung wächst jährlich um durchschnittlich 2.4% und beträgt mittlerweile rund 33 Millionen. Das Durchschnittsalter liegt aktuell bei ca. 19 Jahre, fast 40% sind unter 15 Jahre alt. Wie in vielen Entwicklungsländern gibt es auch in Madagaskar seit Jahrzehnten eine Tendenz zur Urbanisierung: Insbesondere jüngere Menschen verlassen ihre Dörfer und von Landwirtschaft geprägte Strukturen in der Hoffnung auf ein «besseres Leben» in der Stadt.

Lebten 2000 erst 26% der Menschen in Städten, so hat sich dieser Anteil mittlerweile auf rund 40% erhöht – und der Trend ist ungebrochen. Die Hauptstadt Antananarivo ist zur Millionen-Metropole gewachsen (1’350’000), Städte wie Toamasina, Antsirabe, Mahajanga, Fianarantsoa und Toliara folgen.

Reisenden wird nicht verborgen bleiben: Die weitverbreitete Armut ist nirgends so deutlich sichtbar wie in den grossen Städten. Denn nicht wenige der vom Land zugewanderten müssen die Erfahrung machen, dass es für sie in der Stadt keine Arbeit, keinen Verdienst und kaum Wohnmöglichkeiten gibt.

Armut gibt es auch auf dem Land, dort aber oft etwas gedämpft durch die Möglichkeit, selber ein kleines Stück Land zu bewirtschaften oder Nutztiere zu halten. Und eingebettet in eine dörfliche Gemeinschaft lassen sich auch schwierige Zeiten besser meistern als in der Anonymität der Städte.

Folgt das Leben auf dem Land noch eher traditionellen Mustern und Regeln (und folgt stark dem Lauf der Sonne und des Tageslichts), so ist das Stadtleben mehr geprägt von Hektik und Geschäftigkeit, wie wir sie auch in unseren Breitengraden kennen.

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