Der Vielvölkerstaat (Ethnien)

Die Madagassen sind gemischt afrikanischer (Bantu) und asiatischer (austronesischer) Abstammung. Der asiatische Anteil beim Erbgut liegt im Mittel bei 38,5 %, schwankt aber regional erheblich.

Die meisten ethnischen Madagassen haben über die gemeinsame Sprache, Malagasy, eine gemeinsame Identität herausgebildet; die gesellschaftlichen Institutionen und Traditionen unterscheiden sich jedoch erheblich entlang verschiedener Untergruppen, den foko. Der madagassische Staat erkennt offiziell 18 solcher „Hauptethnien“ an.

Lemurbaby – Eigenes Werk; based on Map of Malagasy ethnic groups at mobot.org, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14762926

Die Merina, die bis Ende des 19. Jahrhunderts im Zentrum und Südwesten des Landes ihr eigenes Staatswesen unterhielten, in dem sie eine Reihe anderer foko(s) unterdrückten, sind die größte dieser Gruppen. Um 1970 zählten sie etwa 1,6 Millionen Personen.

Die Betsileo, die um 1830 von den Merina unterworfen wurden, ähneln jenen in der Lebensweise sehr, indem sie vorwiegend Bewässerungsackerbau betreiben, zählen aber nur etwa halb so viele Mitglieder. Betsileo haben einen effizienteren Reisanbau entwickelt, während Merina vermehrt Güter produzieren.

Die Zafimaniry, eine Untergruppe der Betsileo, sind für ihre Holzschnitzkunst bekannt, die 2003 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes und 2008 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde.

Weitere foko, die im 19. Jahrhundert von den Merina unterworfen wurden, sind die Sihanaka und die Bezanozano, die um 1970 etwa 135.000 respektive 44.000 Mitglieder zählten. Zusammen mit den 1970 etwa 428.000 zählenden Tsimihety und den staatlich nicht als foko anerkannten Tankarana betreiben diese Gruppen eine Mischung aus Landbau und Kleingartenbewirtschaftung. Sihanaka siedeln vorwiegend im zentralen Hochland der Insel.

Antakaran̈a, der zweitkleinste foko, deren Identität im 17. und 18. Jahrhundert entstand, sind vor allem im Nordwesten der Insel präsent.

Antaimoro, die sich in einer Traditionslinie mit den im 15. Jahrhundert eingewanderten Muslimen sehen und die Adelskaste des Königreiches Antaimoro stellten, das im 16. Jahrhundert entstand und 1894 aufgelöst wurde, siedeln vor allem im Küstenbereich südöstlich Ikongos.

Antaifasy leben vorwiegend an der Südostküste.[48]

Weitere staatlich anerkannte foko sind:

Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Gruppen wie die Jäger und Sammler der Mikea,[49] die zwischen An̈alabo und Lac Ihotry beheimatet sind.[50]

Neben Madagassen leben auf der Insel auch Komorer, Franzosen, Chinesen und Inder. Im Jahre 2017 waren 0,1 % der Bevölkerung im Ausland geboren, womit das Land eine der niedrigsten Ausländeranteile der Welt aufweist. Madagaskar selbst ist ein Auswanderungsland. 2017 lebten ca. 120.000 Madagassen in Frankreich.

Wie wäre es 2025 mit einer Rundreise in Madagaskar, die sowohl die West- als auch die Ostküste miteinander vereint? Klicken Sie hier für weitere Details!

Wir sind Spezialisten für Madagaskar und stehen Ihnen jederzeit für Auskünfte, Reiseberatung und Beratungsgespräche zur Verfügung. Wir bieten Kompetenz und Qualität.