Bildung und Gesundheitsversorgung

In Madagaskar ist der Besuch sämtlicher Schulen und Bildungseinrichtungen – auch der Grundschulen – kostenpflichtig. Es besteht Schulpflicht, doch werden nicht alle Kinder eingeschult.

Etwa ein Viertel der Bevölkerung waren 2018 Analphabeten. Die Zahl ging in den letzten Jahren zurück, da auch die durchschnittliche Schulbesuchsdauer steigt. Während sie bei den über 25-Jährigen noch bei 6,1 Jahren lag, werden für die junge Generation 10,2 Jahre erwartet. Die Analphabetenquote ist bei weiblichen Jugendlichen weit höher als bei männlichen. Die öffentlichen Bildungsausgaben beliefen sich 2018 auf 3,2 Prozent der BIP. Madagaskar hat sechs Universitäten, die in der Hauptstadt und den Provinzhauptstädten liegen, sowie ein Nationales Institut für Nuklearwissenschaften.

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 3,5 % des Bruttoinlandsprodukts. Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2022 65,8 pro 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung der Einwohner Madagaskars ab der Geburt lag 2022 bei 65,2 Jahren (Frauen: 67,6, Männer: 63). Die Lebenserwartung stieg von 57,9 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 13 %.

Das Gesundheitswesen in Madagaskar ist stark unterfinanziert und von einem akuten Mangel an medizinischem Personal geprägt, besonders in ländlichen Regionen. Viele Menschen haben keinen Zugang zu notwendigen Behandlungen, da sie weit von Gesundheitseinrichtungen entfernt leben und sich die Kosten oft nicht leisten können, was zu einer hohen Anzahl von Problemen wie z.B. Mangelernährung und Malaria führt.

Mit rund 6.230 ausgebildeten Ärzten in Madagaskar stehen pro 1000 Einwohner rund 0,20 Ärzte zur Verfügung. Zum Vergleich: Weltweit liegt dieser Standard bei 1,71 Ärzten pro 1000 Einwohnern, in der EU sogar bei 4,12.

Madagaskar ist teilweise Malariagebiet. Während die Ballungszentren oft als malariafrei gelten, herrscht andernorts durchaus ein Risiko. Im Jahr 2023 kam es landesweit zu 6,24 Millionen Malariainfektionen. 15.974 davon führten zum Tod. Dies entspricht einer sehr hohen Malaria-Inzidenz von jährlichen 195,2 Neuinfektionen pro 1000 Einwohner. Derart hohe Infektionsrisiken auf Landesebene sind zwar nicht selten, gehören aber bereits deutlich in den oberen Bereich. Die durchschnittliche Anzahl der Neuinfektionen ist in den Jahren 2019 bis 2023 im Vergleich zu den davor liegenden 5 Jahren deutlich angestiegen (+115 Prozent).

Eines der grössten Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung ist der nach wie vor schwierige Zugang zu sauberem Trinkwasser: Nur rund 22 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu einem unmittelbar vorhandenen fließendem Trinkwasseranschluss. Zumindest über Quellen und Brunnen in einer Entfernung von maximal 30 Minuten oder angeliefertes Wasser erreichen 53% der Bevölkerung eine Versorgung mit weitestgehend sauberem Trinkwasser.

Madagaskar leidet unter einer schweren Hungerkrise, die hauptsächlich durch anhaltende Dürren, den Klimawandel und wirtschaftliche Probleme verursacht wird. Millionen von Menschen, insbesondere im Süden des Landes, sind von extremer Ernährungsunsicherheit betroffen, wobei die Situation durch den Verlust von Lebensgrundlagen wie der Landwirtschaft und steigende Lebensmittelpreise noch verschärft wird.

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